Bericht der Veranstaltung 90+

30.06.2017: In der Klasse 9a wird über eine Teilnahme am sozialen Projekt „90+“ diskutiert. Schnell klärt Klassentutorin Martina Wiedemann die Schüler auf, um die Unkenntnis der Schüler außer Gefecht zu setzen. „ Das ist ein Nachmittag, an dem wir Schüler, die jüngere Generation, uns mit den älteren Leuten, die über 90 Jahre sind, treffen. Ort des Ganzen ist die Stadthalle.“ „Doch warum“, so stellten sich wohl einige der Schüler der Klasse 9a die Frage, „warum ausgerechnet wir?“ Auch darauf hat die Tutorin eine Antwort. „ Frau Krampitz vom Seniorenbüro in Speyer hat mich angerufen, und mich gefragt, ob wir uns eine Teilnahme an diesem sozialen Projekt vorstellen könnten. Sie hat wohl von unserem Projekt zum Thema „ das Alter bzw. Älterwerden“ im vergangenen Herbst gehört und hat deswegen wohl an uns gedacht. Jetzt aber zur eigentlichen Frage: Hättet ihr Lust, daran teilzunehmen?“

Ein Nachmittag mit älteren Leuten, und im Beisammensein dazu noch Kaffee und Kuchen? Mit „ja, das können wir machen“, gab die Klasse ihre Antwort an und Lehrerin Martina Wiedemann ergänzt: „ Ihr seid auch nicht allein, die 9d hat sich auch vorgestellt, daran teilzunehmen.“ Und so fasste der Bescheid Fuß, und es stand fest: An irgendeinem Nachmittag im Oktober wird das Event stattfinden, und die 9a und 9d sind fest dabei.

wenige Wochen vorher: Die Dienste werden eingeteilt, wer was macht und welchen Aufgabenbereich übernimmt. „ Für was ich eure Hilfe und Unterstützung brauche, ist einmal die Anmeldung, dann der Service, der den Transport der alten Leute zur Anmeldung übernimmt, das Ausschenken von Kaffee und das Verteilen von Kuchen und die Tischgespräche, denn ihr sollt ja auch mit den alten Leuten ins Gespräch kommen. Deswegen findet diese Veranstaltung ja auch eigentlich statt. Und ich brauche auch noch einige Leute, die Kuchen machen.“, klärt die Tutorin die Schüler auf.  Nun steht auch der Termin, der 24.Oktober 2017, fest.

Auch an den letzten Tagen vor dem Seniorennachmittag wird darüber geredet, diskutiert und geplant.

24.10.2017: Um circa 13:40 Uhr geht es los. Hauptveranstalterin und –organisatorin Frau Krampitz gibt den Schülern letzte Anweisungen. „ Fragt die Leute, wie sie heißen, und hakt dann den entsprechenden Namen auf der Liste ab, klebt ihnen ihr Namensschild an und falls sie einen Rollator haben, wird auch dieser mit einem Name versehen.“, erklärt sie beispielsweise den Schülern, die sich der Anmeldung gewidmet haben. Und dann geht es auch schon bald los. Die erste Seniorin wird von den Leuten vom Service an der Tür der Stadthalle empfangen und zur Anmeldung geleitet. Nachdem der Name und auch sonst alle Formalitäten geklärt sind, wird diese zum kleinen Saal der Stadthalle geleitet. Nach und nach kommen immer mehr Leute, der Saal füllt sich und bald kommen auch die Schüler zum Einsatz, die sich zum Kaffeeausschenken und Kuchenverteilen angemeldet haben. Die Tischgespräche sind längst im Gange, und nach einer Ansprache der Bürgermeisterin Monika Kabs tragen auch die älteren Leute die Programmpunkte vor, die sie vorbereitet haben. Da wird zum Beispiel ein Lied gesungen oder ein Gedicht erzählt. Auch haben die Schüler, die die Tischgespräche führen, die Möglichkeit, an andere Tische zu wechseln und somit mit mehreren Senioren ins Gespräch zu kommen. Viel verschiedenes ist Thema der Gesprächsrunde: da wird über die Kinder geredet, während an einem anderem Tisch beispielsweise über die Erfahrungen im zweiten Weltkrieg geredet wird. Und so setzt die Veranstaltung ihren Lauf fort.

Um ca. 16:25 Uhr beginnen sich die ersten Senioren, sich zu verabschieden, und nach und nach  beginnt man mit dem Aufbruch nach Hause. Die Senioren werden, wenn sie welche dabei haben, mit ihren Rollatoren, herausgeführt. Auch das Lob für die Schüler ihrerseits bleibt nicht aus, wie z.B. der Satz: „ So nette Kinder heutzutage…“

Doch für die Schüler ist noch lange nicht Schluss. Die Zehntklässler bekommen die Aufgabe, die Tische abzudecken und in der Küche der Stadthalle das dreckige Geschirr zu sortieren und allgemein aufzuräumen. Auch das wird schnell gemeistert, sodass sich auch bald die Schüler auf den Heimweg um ca.17:15 Uhr begeben können.

Und die Bilanz? Eindeutig positiv. „ Es war überhaupt nicht schwer, mit den alten Leuten ins Gespräch zu kommen, und auch der Service ist sehr gut verlaufen.“, so einige Schüler, und die anderen: „ Es hat sogar Spaß gemacht.“ Auch die Senioren haben sich sehr gut verhalten, und als Lehrerin Martina Wiedemann  in ihrer Klasse fragt, ob die Schüler so einer Veranstaltung nochmals beiwohnen und helfen würden, ist die Antwort ein eindeutiges „Ja.“ Sicher hat das auch die 10d so erfahren.

Generell kann man sagen, dass diese Erfahrung, mit älteren Leuten ins Gespräch bzw. in Kontakt zu kommen, wohl eine sehr interessante und angenehme war, und dass jeder Schüler das auch so weiterempfehlen könnte.

 

Bericht: J. Rose

Bild: Redaktion